Der Louguantai

Der Begriff Louguantai, 樓觀台 (楼观台), bedeutet so viel wie ,Aussichts-, bzw. Beobachtungsplattform‘ und beschreibt der Legende nach den Ort, an dem Yin Xi (尹喜) verharrt haben soll, um den Moment abzupassen, an dem Laozi (老子) mit seinem Ochsen das Weltliche verlassen sollte.
Geografisch befindet er sich im Zhongnan-Gebirge, Bezirk Zhouzhi in der Provinz Shaanxi, knapp 70 km südwestlichvon Xian, zu Beginn und an der Nordseite der Qingling-Berge.
Er gilt als Ort der Überlieferung des Daodejing durch Laozi, bevor dieser ins Qingling-Gebirge weiterritt und niemals mehr gesehen wurde.
Heute offeriert das Gebiet um den Louguantai in seinem Herzstück den Louguantai-Tempel, auf einer weiter höher gelegenen Bergspitze den Ort, an dem Laozi sich zu seiner Meditation zurückgezogen haben soll, sowie etwas westwärts die Stelle seines vermuteten Todes.
Desweiteren findet sich zwischen dem Ort an dem Laozi verstorben sein soll und dem Haupttempel eine buddhistisch anmutende Pagode, die ursprünglich von dem Tang-Kaiser Taizong (Familienname Li Shimin, reg. 627-649) zu Ehren der wohl ersten christlichen Sekte in China erbaut wurde und damals Stätte ihres Klosters markierte. Heute ist die Pagode tatsächlich in buddistischem Gebrauch.
Am Fuss des Louguantai-Tempels finden wir eine der wichtigsten Aufzuchtsstätten vieler bedrohter Tierarten, besonders der Panda Bären in der VR China.
Auch findet sich im Tal eine riesige, aber sehr ruhige Anlage mit daoistischen Museen, Gedenkstätten und Informationsgebäuden, sowie eine große Anlage, in der biologischer Ackerbau, vegetarische Esskultur und die Verwendung von biologischen Treibstoffen und Energien vermittelt werden.
Der Louguantai ist umringt von wunderschönen Bambushainen.
Durch die Legende Laozis und der Einsetzung des Louguantai als Ahnentempel des besagten Tang Kaisers Taizong im Jahre 630, welcher sich als ein Nachkomme Laozis verstand, war der Louguantai über viele Jahrhunderte der wichtigste daoistische Tempel Chinas.
Der Louguantai-Tempel ist unser chinesischer Hauptsitz des ,Institutes of Daodejing Studies‘.
Die weiteren Ausbildungszentren sind das mallorkinische Kloster St. Honorat und das Taiji-Zentrum von Jan Silberstorff in Hamburg.

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